Ab 50 neu sortieren – warum man nicht sofort wissen muss, wie Arbeit weitergehen soll

Diese Frage hätte der Kopf bitte gern sofort beantwortet

Es gibt Gedanken, die kaum auftauchen, da will der Kopf schon eine Lösung dazu. Nicht irgendwann. Sofort. Möglichst ordentlich, vernünftig und bitte mit realistischer Perspektive.

Gerade wenn es um Arbeit geht.

Man merkt, dass der Job nicht mehr so passt wie früher. Und sofort steht die nächste Frage im Raum: Wie soll es denn stattdessen weitergehen?

Und wenn darauf nicht in derselben Minute eine kluge Antwort kommt, wird der erste Gedanke gern gleich wieder einkassiert. Dann war es vielleicht doch nur ein schlechter Tag. Oder eine Phase. Oder einfach Müdigkeit. Kommt ja vor.

Kurz gesagt: Man merkt etwas — und verlangt von sich gleichzeitig, es bitte auch sofort erklären zu können.

Arbeit ist kein Pullover, den man kurz umtauscht

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem viele Frauen innerlich wieder einen Schritt zurückgehen. Denn bei Arbeit hängt ja nie nur Arbeit dran. Da hängen Sicherheit, Gewohnheit, Geld, Verantwortung und oft genug ein ganzes Leben mit dran, das um diese Struktur herum gebaut wurde.

Man kann einen Rock zurück in den Laden bringen, wenn er doch nicht richtig sitzt. Bei Arbeit ist das etwas komplizierter.

Deshalb wirkt schon die Frage, ob es beruflich so weitergehen soll wie bisher, schnell viel zu groß. Fast so, als müsste man im selben Moment entscheiden, ob man kündigt, alles umwirft oder mit 54 plötzlich noch einmal irgendwo völlig neu anfängt. Kein Wunder, dass man diesen Gedanken lieber wieder zusammenfaltet und ordentlich weglegt.

Dabei geht es oft erstmal gar nicht um all das.

Sondern nur um dieses Gefühl:
So wie es gerade ist, möchte ich es vielleicht nicht einfach noch zehn oder fünfzehn Jahre weitermachen.

Mehr muss man an dieser Stelle noch gar nicht wissen.

Man darf etwas infrage stellen, ohne schon die Antwort zu haben

Das klingt eigentlich selbstverständlich. Ist es aber für viele Frauen überhaupt nicht.

Wer lange gelernt hat, vernünftig zu sein, zu organisieren und Dinge am Laufen zu halten, denkt selten in offenen Fragen. Eher in Lösungen. In Zuständigkeiten. In dem, was jetzt als Nächstes erledigt werden muss.

Deshalb schiebt man diese Gedanken oft schnell wieder weg. Als dürfte man erst dann sagen, dass etwas nicht mehr passt, wenn man im Gegenzug schon einen besseren Plan vorzeigen kann. Möglichst mit Richtung, Zeitrahmen und einer seriösen Begründung für alle Beteiligten.

Aber so funktioniert das Leben nicht immer.

Manchmal merkt man zuerst nur, dass einen etwas mehr Kraft kostet als früher. Dass man morgens losfährt und nicht mehr automatisch denkt: Passt schon. Dass man seine Arbeit zwar kann, aber eben nicht mehr so selbstverständlich darin aufgeht.

Das ist noch keine Entscheidung.
Aber es ist auch nicht nichts.

frau über 50 schaut sich in einer buchhandlung ein magazin an und stöbert zwischen büchern und zeitschriften

Vielleicht ist genau dieses Nichtwissen der Anfang

Es gibt ja diesen stillen Reflex, sich selbst sofort zu beruhigen. Wenn ich nicht genau sagen kann, was ich stattdessen will, sollte ich lieber gar nicht erst darüber nachdenken. Klingt vernünftig. Ist aber oft nur eine elegante Art, sich selbst wieder zu übergehen.

Denn vielleicht beginnt neu sortieren gar nicht mit einem Ziel. Vielleicht beginnt es einfach damit, dass man aufhört, sich bei jeder inneren Frage sofort zu unterbrechen.

Nicht gleich wieder mit:
Dafür bin ich zu alt.
Dafür ist jetzt keine Zeit.
Dafür müsste ich erstmal wissen, was ich eigentlich will.

Nein. Müsste man nicht.

Man dürfte auch einfach erstmal feststellen, dass Arbeit sich nicht mehr ganz richtig anfühlt wie früher — ohne schon den fertigen nächsten Schritt zu kennen.

Das ist nicht planlos.
Das ist ehrlich.

Die eigentliche Frage lautet oft noch gar nicht: Was mache ich stattdessen?

In Wahrheit stellt man sich erstmal eine viel einfachere Frage.

Wie möchte ich eigentlich weiterarbeiten?
Was davon tut mir noch gut?
Was ziehe ich nur noch aus Gewohnheit durch?
Und was halte ich eigentlich nur deshalb weiter aus, weil ich noch nicht weiß, was stattdessen kommen könnte?

Das sind keine großen Fragen. Aber oft genau die, um die man sich am längsten drückt.

Denn nicht jede Veränderung beginnt mit einem großen Entschluss. Manchmal beginnt sie nur damit, dass man sich selbst zum ersten Mal nicht mehr mit einem ordentlichen Satz abspeist.

Vielleicht muss man noch gar nicht wissen, was als Nächstes kommt.

Vielleicht reicht es erstmal, nicht mehr so zu tun, als gäbe es diese Frage nicht.

Und ehrlich gesagt ist das oft schon mehr, als man sich lange erlaubt hat.


Wenn dich Gedanken über Alltag, freie Zeit und das Leben mit über 50 beschäftigen, könnten dich auch diese Artikel interessieren:

frau über 50 räumt zuhause ein regal auf und sortiert persönliche dinge neu

Ich bin Biggi

Ich kenne diese Gedanken, wenn der Alltag läuft, der Job okay ist – und man sich trotzdem fragt:

War das jetzt alles?

Mit Anfang 50 habe ich gemerkt, dass ich etwas verändern möchte. Nicht alles. Nicht von heute auf morgen. Aber so, dass mein Leben auch in den nächsten Jahren noch wirklich zu mir passt.

Denn irgendwann reicht es nicht mehr, einfach nur weiterzumachen, weil man es schon immer so gemacht hat.

Femmeway Inspire ist aus genau diesen Gedanken entstanden.

Für Frauen, die nicht auf die Rente warten wollen, um etwas zu verändern – sondern schon heute ehrlicher auf ihr Leben, ihre Zeit und ihre Möglichkeiten schauen möchten.

Wenn „Es läuft“ plötzlich nicht mehr reicht

Gedanken und Erfahrungen über Arbeit, Zeit und die Frage, wie die nächsten Jahre wirklich aussehen sollen.

Femmeway Inspire

Für Frauen ab 50, die nicht auf die Rente warten wollen, um etwas zu verändern.

Gedanken über Arbeit, Zeit und die Frage, ob reines Weitermachen wirklich reicht.

Gedanken per E-Mail

Für Frauen ab 50, die merken, dass „es läuft“ nicht automatisch heißt, dass es so bleiben muss.