Dieser ganz normale Donnerstagabend
Neulich kam ich nach Hause und eigentlich war nichts Besonderes passiert. Kein schlimmer Tag. Kein großer Ärger. Kein Moment, bei dem man später sagt: Genau da hat es angefangen.
Es war eher einer dieser ganz normalen Tage, die einfach durchlaufen. Arbeit, Termine, Kleinkram, nebenbei noch irgendwas beantworten, irgendwas merken, irgendwas nicht vergessen. Man stellt die Tasche ab, zieht vielleicht erstmal die Schuhe aus, sieht in der Küche noch etwas stehen, das morgens ganz sicher noch nicht da stand, und merkt: Der Tag ist offiziell vorbei, aber der Kopf macht einfach weiter.
Da läuft innerlich noch alles. Was morgen ansteht. Was noch offen ist. Was man wieder vergessen hat. Was man eigentlich längst erledigen wollte. Und irgendwo dazwischen taucht plötzlich dieser Gedanke auf, der gar nicht laut ist und trotzdem nicht so richtig weggeht.
Soll das jetzt wirklich die nächsten Jahre so weitergehen?
Nicht als große Lebensfrage mit Kerzenlicht und Notizbuch. Eher so zwischen Tasche abstellen, Küche anschauen und innerlich schon wieder die nächsten Dinge sortieren.
Und kaum ist der Gedanke da, wird er auch schon wieder ordentlich zugedeckt.
So schlimm ist es ja nicht. Andere wären froh. Der Job ist sicher. Man kann nicht alles haben. In dem Alter fängt man doch nicht nochmal neu an. Außerdem ist es Donnerstagabend, da denkt man sowieso nicht mehr besonders großzügig über das eigene Leben nach.
Klingt alles vernünftig.
Ist manchmal aber auch nur eine ziemlich gepflegte Art, sich selbst wieder vom Tisch zu wischen.
Das praktische „eigentlich“
„Eigentlich geht es ja“ ist ein Satz, der erstaunlich viel aushält. Man kann ihn über einen vollen Arbeitstag legen, über ein Wochenende, das wieder mehr nach Erledigungen als nach frei aussah, über einen Job, der nicht furchtbar ist, aber eben auch nicht mehr richtig gut passt.
Der Alltag funktioniert. Die Rechnungen werden bezahlt. Die Termine stehen im Kalender. Man bekommt vieles hin. Von außen sieht das oft stabil aus.
Nur ist stabil nicht automatisch zufrieden.
Gerade ab 50 gibt es dieses Dazwischen ziemlich oft. Nicht unglücklich genug, um alles infrage zu stellen. Nicht zufrieden genug, um einfach ohne Nachdenken weiterzumachen. Man steht irgendwo zwischen „es läuft doch“ und „aber so richtig passt es nicht mehr“.
Und genau dieses Dazwischen ist anstrengend, weil es sich schwer erklären lässt. Es gibt keinen großen Beweis. Kein klares Drama. Kein Ereignis, auf das man zeigen kann. Nur dieses Gefühl, dass man zwar weiter funktioniert, aber selbst kaum noch darin vorkommt.
Manchmal redet man sich das dann schön.
Ist halt so. Andere haben auch Stress. Ich sollte froh sein, dass ich Arbeit habe.
Ja, kann man alles sagen.
Man kann sich auch ein unbequemes Paar Schuhe schönreden, weil sie mal teuer waren. Sitzt trotzdem nicht besser.
Die Sache mit dem Durchhalten
Und dann ist da noch dieser Satz, den man sich schnell zurechtlegt: Ich halte jetzt einfach bis zur Rente durch.
Klingt vernünftig. Irgendwie erwachsen. Und ja, natürlich steckt da auch etwas Wahres drin. Ab 50 wirft man nicht mal eben alles um, nur weil ein Donnerstagabend sich schwer anfühlt. Da sind Rechnungen, Verpflichtungen, Gewohnheiten und ein Alltag, der nicht einfach verschwindet, nur weil man innerlich gerade keine Lust mehr auf dieses ewige Funktionieren hat.
Trotzdem bleibt diese Frage hängen: Ist Durchhalten wirklich ein Plan — oder nur das, was übrig bleibt, wenn man zu lange nicht mehr ehrlich hingeschaut hat?
Viele Frauen kennen das. Man arbeitet, kümmert sich, organisiert, denkt mit, hält Dinge am Laufen. Nicht, weil man keine eigenen Wünsche hätte, sondern weil es eben immer irgendetwas gab, das wichtiger war. Und irgendwann merkt man gar nicht mehr, wann aus „nur diese Phase noch“ ein ganz normaler Dauerzustand geworden ist.

Wenn nicht alles schlecht ist, aber auch nicht mehr ganz richtig
Das Merkwürdige ist ja: Von außen ist oft gar nichts kaputt. Der Job ist da, die Rechnungen werden bezahlt, der Alltag hat seine Reihenfolge, und genau deshalb wirkt dieser Gedanke nach Veränderung manchmal fast unpassend. Als müsste erst irgendetwas richtig schieflaufen, bevor man sich überhaupt fragen darf, ob das alles noch so bleiben soll.
Aber manchmal ist nichts kaputt, es passt nur nicht mehr richtig. Nicht so, dass man sofort alles infrage stellt, sondern eher so, dass man beim Weitermachen merkt, wie vieles einfach nur läuft, weil es schon so lange läuft.
Und dann steht diese Frage plötzlich mit im Raum, während die Tasche noch im Flur liegt und in der Küche schon wieder irgendetwas wartet: Reicht mir das wirklich — oder rede ich mir nur ein, dass es reicht, weil es irgendwie funktioniert?
Und dann macht man erstmal weiter
Die Antwort kommt meistens nicht sofort. Man steht nicht im Flur, stellt die Tasche ab und weiß plötzlich, wie die nächsten Jahre aussehen sollen. Meistens macht man erstmal das, was gerade dran ist. Man räumt noch irgendetwas weg, legt die Post auf den Stapel, der sowieso schon länger nach Aufmerksamkeit aussieht, und überlegt, ob man noch einkaufen müsste oder ob irgendwas aus dem Kühlschrank reicht.
Aber der Gedanke ist nicht mehr ganz weg. Er läuft nicht laut mit, eher wie ein Hintergrundgeräusch, das man nicht sofort zuordnen kann. Und vielleicht ist genau das der unangenehme Teil daran: Es ist nichts passiert, was man erklären könnte. Kein Knall, kein großer Anlass, keine Entscheidung. Nur dieser kleine Moment, in dem einem auffällt, dass „es läuft doch“ nicht mehr dieselbe beruhigende Wirkung hat wie früher.
Früher hätte man das vielleicht schneller weggeschoben. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil eben genug anderes da war. Arbeit, Familie, Termine, Rechnungen, Alltag. Irgendetwas war immer wichtiger, dringender oder leichter zu erledigen als die Frage, ob man selbst in diesem ganzen funktionierenden Leben eigentlich noch richtig vorkommt.
Und irgendwann merkt man, dass man nicht müde ist, weil ein einzelner Tag anstrengend war. Sondern weil man schon sehr lange Dinge mitträgt, die irgendwann einfach selbstverständlich geworden sind.
Man muss daraus kein großes Drama machen
Vielleicht ist das auch der Grund, warum dieser Gedanke so oft liegen bleibt. Weil er sofort größer wirkt, als er am Anfang eigentlich ist. Kaum fragt man sich, ob etwas noch reicht, steht innerlich schon die nächste Frage daneben: Was soll denn dann anders werden? Und genau da wird es schnell zu viel.
Dabei geht es in diesem Moment vielleicht gar nicht darum, sofort etwas zu verändern. Es geht eher darum, diesen Gedanken nicht schon wieder wegzuschieben, nur weil er gerade nicht in den Abend passt.
Manchmal ist es schon viel, sich selbst nicht sofort zu widersprechen.
Nicht direkt mit „ist halt so“. Nicht direkt mit „andere haben es schlimmer“. Nicht direkt mit „ich sollte froh sein“. Sondern einen Moment länger bei der Frage zu bleiben, auch wenn sie unbequem ist.
Denn vielleicht ist sie nicht undankbar. Vielleicht ist sie auch kein Luxusproblem. Vielleicht ist sie einfach ein Hinweis darauf, dass etwas nicht mehr so gut passt wie früher.
Wenn du diesen Gedanken kennst
Wenn du dich genau an dieser Stelle wiedererkennst, passt mein kostenloser Guide „Es läuft. Aber reicht dir das wirklich?“ dazu.
Nicht, weil danach plötzlich alles klar ist. Nicht, weil du sofort wissen musst, was sich ändern soll. Sondern weil dieser Gedanke manchmal einen Platz braucht, bevor er wieder zwischen Arbeit, Küche, Terminen und „mach ich später“ verschwindet.
Es geht nicht darum, dein Leben schlechtzureden. Es geht eher darum, ehrlich hinzuschauen, ob „es läuft“ wirklich noch reicht — oder ob du dir das schon länger ein bisschen schönredest.
Wenn du da einmal ehrlich hinschauen möchtest, findest du hier meinen kostenlosen Guide:
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Ich bin Biggi
Ich kenne diese Gedanken, wenn der Alltag läuft, der Job okay ist – und man sich trotzdem fragt: War das jetzt alles?
Mit Anfang 50 habe ich gemerkt, dass ich noch etwas verändern möchte. Nicht alles. Nicht von heute auf Morgen. Aber so, dass es wirklich zu meinem Leben passt.
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Und irgendwann diese Frage:
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